
Es passiert schneller, als wir zugeben möchten.
Ein Kollege macht einen Fehler.
Jemand verspricht etwas und hält es nicht ein.
Ein Autofahrer nimmt uns die Vorfahrt.
Ein Nachbar verhält sich rücksichtslos.
In den sozialen Medien reicht oft ein einziger Satz, und schon wird verurteilt, bloßgestellt und abgestempelt.
Wir scheinen nur darauf zu warten, dass jemand einen Fehler macht.
Nicht, um ihn aufzurichten.
Sondern um ihn zu richten.
Genau das geschah auch, als die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu Jesus brachten, die beim Ehebruch ertappt worden war. Das Gesetz sagte, dass auf Ehebruch die Steinigung stand. Doch ihnen ging es gar nicht um Gerechtigkeit. Sie wollten Jesus in eine Falle locken und gleichzeitig die Frau öffentlich verurteilen.
Sie standen mit Steinen in den Händen bereit.
Doch Jesus offenbarte nicht zuerst die Schuld der Frau.
Er offenbarte die Herzen der Ankläger.
Mit wenigen Worten brachte er jeden zum Schweigen:
„Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“
Johannes 8,7
Damit sagte Jesus nicht, dass Sünde belanglos sei.
Im Gegenteil.
Sie sollte gerichtet werden.
Der erste Stein durfte geworfen werden.
Aber nur von einem, der selbst ohne Sünde ist.
Einer nach dem anderen ließen sie ihre Steine fallen.
Denn keiner war gerecht.
Keiner war heilig.
Keiner konnte vor Gott bestehen.
Nur einer hätte das Recht gehabt, den ersten Stein zu werfen.
Jesus Christus.
Der sündlose Sohn Gottes.
Doch ausgerechnet der Einzige, der sie hätte verurteilen dürfen, sprach:
„So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr.“
Johannes 8,11
Jesus entschuldigte ihre Sünde nicht.
Aber er vergab sie.
Und er rief sie in ein neues ewiges Leben.
Nicht weiter in der Dunkelheit zu bleiben, sondern der Sünde den Rücken zu kehren, bevor sie ihr Herz immer mehr verhärtet.
Genau darin zeigt sich das Herz Gottes.
Jesus kam nicht in diese Welt, um Sünder zu vernichten, sondern um sie zu retten.
Nicht um Menschen endgültig zu richten, sondern um sie aufzurichten.
Er nahm am Kreuz das Gericht auf sich, das wir verdient hätten.
Unsere Schuld wurde auf den unschuldigen gelegt.
Die Strafe traf ihn.
Damit jeder, der an ihn glaubt, Vergebung und ewiges Leben empfängt.
Noch ist die Zeit der Gnade.
Noch ruft Jesus Menschen zur Umkehr.
Doch eines Tages wird derselbe Jesus als gerechter Richter wiederkommen.
Heute bietet er dir Vergebung an.
Morgen könnte es zu spät sein.
Jesus hätte allen Grund gehabt, dich zu richten. Stattdessen ließ er sich für deine Schuld richten, damit er dich aufrichten kann. Verpasse nicht die Gnade dieses heiligen Gottes. Er ist nur ein aufrichtiges Gebet entfernt.
