Vom Lärm betäubt

Wir leben in einer Zeit, in der Stille fast unerträglich geworden ist.
Überall Lärm: Nachrichten, Meinungen, Musik im Hintergrund, Dauerbeschallung durch Bildschirme. Kaum wacht man auf, greift die Hand zum Handy. Kaum wird es still, läuft schon wieder etwas – irgendetwas, Hauptsache nicht allein mit den eigenen Gedanken.

Und wenn der äußere Lärm nicht reicht, gibt es genug andere Betäubungen:
Ablenkung durch Unterhaltung, Flucht in Arbeit, Alkohol, Konsum, Likes, Erfolg, Selbstoptimierung. Alles, was verhindert, dass wir wirklich hinschauen.

Denn Nüchternheit ist unbequem.
Nüchtern sieht man klar.
Nüchtern erkennt man auch das, was man lieber verdrängen würde.

Darum ruft die Bibel immer wieder auf:
„Seid nüchtern und wacht!“ (1.Petrus 5:8)
Nicht nur körperlich – vor allem innerlich.

Manchmal braucht es einen Schritt zurück, nicht nach vorne.
Raus aus dem Lärm. Raus aus dem Strom der Meinungen.
Hin zur Stille, in der man wieder unterscheiden kann:
Was ist wichtig? Was ist wahr? Wohin führt mein Weg?

Denn erst in der Nüchternheit erkennt man,
dass nicht alle Wege gleich gut sind —
und dass nur einer sich klar abzeichnet.

Jesus sagt nicht: Ich zeige dir einen Weg.
Er sagt: „Ich bin der Weg.“ (Johannes 14:6)

Die frohe Botschaft ist:
Du musst dich nicht durch den Nebel kämpfen.
Der Weg ist eine Person.
Und er ist nicht fern, sondern spricht in der Stille zu deinem Herzen.

Die Welt schreit, um dich zu beschäftigen.
Gott spricht leise, um dich zu retten.

Vielleicht ist der mutigste Schritt heute nicht, weiterzumachen —
sondern still zu werden, nüchtern hinzuschauen
und den Weg zu erkennen, der wirklich zum Leben führt.