
Am Weltfrauentag wird über Rechte, Anerkennung und Gleichwertigkeit von Frauen gesprochen.
Doch wenn man in die Geschichte blickt, erkennt man: Über lange Zeit waren Frauen in vielen Kulturen kaum angesehen. Ihre Stimme zählte wenig, ihre Rolle war oft begrenzt.
Gerade in der Zeit, in der Jesus lebte, war das deutlich sichtbar.
Und genau dort beginnt etwas Bemerkenswertes.
Jesus begegnete Frauen anders als viele seiner Zeitgenossen.
Er sah sie nicht als Randfiguren – sondern als Menschen mit Würde, mit Wert und mit einer eigenen Geschichte.
Schon sein Kommen in diese Welt beginnt mit einer Frau.
Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben.
Lukas 1:30-31
Gott vertraut Maria die Aufgabe an, den Retter der Welt zu gebären.
Eine junge Frau aus einem kleinen Ort wird zum Anfang der größten Geschichte.
Doch es bleibt nicht dabei.
Jesus spricht öffentlich mit Frauen – etwas, das damals ungewöhnlich war.
Als er der Samariterin am Brunnen begegnet, nimmt er sich Zeit für sie, hört zu und führt ein tiefes Gespräch mit ihr.
Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet!
Unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr?
Johannes 4:26-27
Diese Begegnung verändert ihr Leben – und durch sie hören viele andere von ihm.
Jesus wendet sich auch Frauen zu, die von der Gesellschaft verachtet wurden.
Als eine Frau mit einer schweren Vergangenheit zu ihm kommt, stößt er sie nicht weg.
Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben worden, darum hat sie viel Liebe erwiesen; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
Lukas 7:47
Wo andere nur Schuld sahen, sah Jesus den Menschen.
Auch als eine Frau öffentlich angeklagt wird und die Menge bereit ist, sie zu verurteilen, stellt er sich ihr entgegen.
Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!
Johannes 8:7
Die Steine fallen zu Boden – und die Würde dieser Frau bleibt bestehen.
Viele Frauen begleiteten Jesus auch auf seinem Weg.
und auch etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,
und Johanna, die Frau Chusas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten mit ihrer Habe.
Lukas 8:2-3
Sie waren nicht nur Zuhörerinnen – sie gehörten zu seinem engsten Kreis.
Und als alles dunkel wird, als das Kreuz aufgerichtet wird und viele sich zurückziehen, bleiben Frauen in der Nähe.Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.
Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Johannes 19:25-26
Selbst dort zeigt sich seine Liebe und Fürsorge.
Und schließlich geschieht etwas, das in der damaligen Welt kaum vorstellbar war:
Die erste Botschaft der Auferstehung wird einer Frau anvertraut.
Jesus spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! (das heißt: »Meister«)
Da kommt Maria Magdalena und verkündet den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er dies zu ihr gesprochen habe.
Johannes 20:16+18
Gerade in einer Zeit, in der das Zeugnis einer Frau oft wenig galt, beginnt die wichtigste Nachricht der Geschichte mit ihr.
So zeigt sich durch das Leben Jesu etwas Tiefes:
Die Würde der Frau ist nicht eine moderne Entdeckung.
Sie wird sichtbar, wo Jesus Menschen begegnet.
Er sah Frauen.
Er hörte ihnen zu.
Er stellte sich vor sie.
Und er gab ihnen einen Platz in seiner Geschichte.
Wer sehen will, wie Gott die Frau sieht, muss nur auf Jesus schauen.